Glossar: Begriffe rund um Psychotherapie, Schlaf und Kopfschmerz
Fachbegriffe begegnen einem überall: im Arztbrief, im Antrag an die Versicherung, im Ratgeber. Dieses Glossar der KLARTRAUM Privatpraxis in Ulm erklärt die wichtigsten Begriffe rund um Psychotherapie, Schlafstörungen, Kopfschmerz, Psychosomatik und Abrechnung in wenigen Sätzen. Die Erklärungen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.
- Achtsamkeit
- Die Fähigkeit, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen, ohne ihn sofort zu bewerten. Grundlage des Achtsamkeitstrainings.
- Akutbehandlung
- Kurze psychotherapeutische Behandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung zur schnellen Entlastung in einer akuten Belastung.
- Anpassungsstörung
- Seelische Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis oder eine Erkrankung, die über das übliche Maß hinausgeht und den Alltag beeinträchtigt. Siehe Krise nach einer Diagnose.
- Aura
- Vorübergehende neurologische Erscheinungen vor oder zu Beginn einer Migräneattacke, etwa Flimmern oder Zickzacklinien im Gesichtsfeld.
- Beihilfe
- Fürsorgeleistung des Dienstherrn für Beamtinnen und Beamte, die einen Teil der Krankheitskosten übernimmt. Psychotherapie braucht meist eine vorherige Anerkennung. Siehe Psychotherapie mit Beihilfe.
- Bettzeitverkürzung
- Baustein der KVT-I, bei dem die Zeit im Bett vorübergehend an die tatsächliche Schlafzeit angepasst wird. Auch Schlafrestriktion genannt. Siehe Bettzeitverkürzung.
- Biofeedback
- Verfahren, bei dem Körpersignale wie Muskelspannung gemessen und sichtbar gemacht werden, um sie bewusst beeinflussen zu lernen.
- Body Scan
- Achtsamkeitsübung, bei der die Aufmerksamkeit der Reihe nach durch den Körper wandert. Siehe Anleitung.
- Burnout
- Laut WHO ein Syndrom infolge von chronischem, nicht bewältigtem Stress am Arbeitsplatz, keine eigenständige Krankheitsdiagnose. Siehe Burnout erkennen.
- Depression
- Psychische Erkrankung mit gedrückter Stimmung, Verlust von Freude und Interesse und vermindertem Antrieb über mindestens zwei Wochen. Siehe Psychotherapie bei Depression.
- Fachgebundene Psychotherapie
- Ärztliche Zusatzweiterbildung, mit der Ärztinnen und Ärzte psychotherapeutisch tätig werden, bezogen auf ihr Fachgebiet. Siehe Ärztliche oder psychologische Psychotherapie?
- Folgeantrag
- Antrag bei Versicherung oder Beihilfe auf weitere Sitzungen, wenn das bewilligte Kontingent ausgeschöpft ist.
- Funktionelle Körperbeschwerden
- Körperliche Beschwerden, für die sich keine ausreichende organische Ursache findet. Siehe Beschwerden ohne Befund.
- GOÄ
- Gebührenordnung für Ärzte. Sie regelt die Abrechnung ärztlicher Leistungen außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Siehe Was kostet Psychotherapie privat?
- Insomnie
- Schlafstörung mit Ein- oder Durchschlafproblemen oder nicht erholsamem Schlaf und Beeinträchtigung am Tag. Chronisch meist ab drei Nächten pro Woche über drei Monate. Siehe KVT-I bei Schlafstörungen.
- Kognitive Umstrukturierung
- Methode der Verhaltenstherapie, bei der belastende Gedanken erkannt, geprüft und durch hilfreichere Sichtweisen ergänzt werden.
- Kostengutsprache
- Zusage der Krankenversicherung vor Beginn einer Behandlung, die Kosten in einem bestimmten Umfang zu übernehmen. Auch Kostenzusage genannt.
- KVT-I
- Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie. Laut S3-Leitlinie die erste Behandlung bei chronischen Schlafstörungen. Siehe So funktioniert die KVT-I.
- Medikamentenübergebrauchskopfschmerz
- Kopfschmerz, der durch zu häufige Einnahme von Schmerz- oder Migränemitteln entsteht. Siehe Kopfschmerz durch Schmerzmittel.
- Mental Load
- Die unsichtbare Denk- und Organisationsarbeit im Alltag, etwa an Termine und Besorgungen zu denken. Siehe Beruf, Familie, Mental Load.
- Migräne
- Neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden, oft einseitigen, pochenden Kopfschmerzattacken, häufig mit Übelkeit und Licht- oder Lärmempfindlichkeit. Siehe Kopfschmerz und Migräne.
- Neuropathische Schmerzen
- Nervenschmerzen, die durch eine Schädigung oder Erkrankung des Nervensystems entstehen.
- Neurologie
- Medizinisches Fachgebiet für Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln. Siehe Neurologe, Psychiater oder Psychotherapeut?
- Parasympathikus
- Teil des vegetativen Nervensystems, der für Ruhe, Verdauung und Erholung zuständig ist.
- PPPD
- Persistierender postural-perzeptiver Schwindel, eine häufige Form des funktionellen Dauerschwindels. Siehe Psychosomatischer Schwindel.
- Prävention
- Vorbeugung. Präventive Angebote sollen Gesundheit fördern und Belastungen vorbeugen, bevor eine Erkrankung entsteht.
- Probatorische Sitzungen
- Erste Gespräche vor einer Psychotherapie, in denen geklärt wird, ob und welche Behandlung passt.
- Progressive Muskelentspannung
- Entspannungsverfahren nach Edmund Jacobson, bei dem Muskelgruppen nacheinander angespannt und gelöst werden. Siehe Entspannungsverfahren.
- Psychiatrie
- Ärztliches Fachgebiet für die Diagnose und Behandlung psychischer Erkrankungen, auch mit Medikamenten.
- Psychoedukation
- Verständliche Information über eine Erkrankung oder Belastung als Teil der Behandlung.
- Psychosomatik
- Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele. Siehe Psychosomatische Beschwerden.
- Resilienz
- Seelische Widerstandskraft, also die Fähigkeit, mit Belastungen und Krisen umzugehen. Siehe Resilienz stärken.
- Schlafeffizienz
- Anteil der Zeit im Bett, in dem tatsächlich geschlafen wird. Siehe Schlaftagebuch.
- Schlafhygiene
- Gewohnheiten und Bedingungen, die guten Schlaf begünstigen. Siehe Schlafhygiene.
- Schwellenwert
- In der GOÄ der 2,3-fache Satz bei persönlichen ärztlichen Leistungen. Darüber ist eine Begründung auf der Rechnung nötig.
- Selbstzahler
- Patientinnen und Patienten, die eine Behandlung selbst bezahlen, ohne dass eine Krankenversicherung die Kosten übernimmt. Siehe Psychotherapie als Selbstzahler.
- Somatisierungsstörung
- Ältere Bezeichnung für anhaltende, vielfältige körperliche Beschwerden, an denen seelische Faktoren maßgeblich beteiligt sind.
- Spannungskopfschmerz
- Häufigste Kopfschmerzform, dumpf und drückend, meist beidseitig. Siehe Spannungskopfschmerz.
- Steigerungsfaktor
- Multiplikator in der GOÄ, mit dem der Grundbetrag einer Leistung je nach Schwierigkeit und Zeitaufwand erhöht wird, bei persönlichen Leistungen bis zum 3,5-fachen Satz.
- Stimuluskontrolle
- Baustein der KVT-I mit Regeln, die das Bett wieder mit Schlaf statt mit Wachliegen verbinden.
- Terminservicestelle
- Service der Kassenärztlichen Vereinigungen unter 116 117, der gesetzlich Versicherten Termine vermittelt, auch für die psychotherapeutische Sprechstunde.
- Verhaltenstherapie
- Psychotherapieverfahren, das an Gedanken, Gefühlen und Verhalten im Hier und Jetzt ansetzt. Siehe Was ist Verhaltenstherapie?
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