KLARTRAUM Dr. Sarah Gagiannis Ganzheitliche Beratung, Begleitung und Therapie

Psychosomatischer Schwindel: Wenn der Boden schwankt und kein Befund da ist

KLARTRAUM Privatpraxis · 5. Oktober 2026

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Berggipfel über dem Nebelmeer

Psychosomatischer oder funktioneller Schwindel zeigt sich meist als anhaltendes Schwanken, Benommenheit oder Unsicherheit, häufig verstärkt in Menschenmengen, beim Einkaufen, bei viel visueller Bewegung oder im Stehen. Eine bekannte Form ist der persistierende postural-perzeptive Schwindel, kurz PPPD. Er entsteht oft nach einem auslösenden Ereignis, zum Beispiel einer Entzündung des Gleichgewichtsnervs oder einer Schwindelattacke, und bleibt bestehen, obwohl die ursprüngliche Ursache abgeheilt ist. Er ist gut behandelbar, vor allem mit Gleichgewichtstraining und kognitiver Verhaltenstherapie.

Schwindel ist erst einmal ein Fall für die Abklärung

Schwindel hat viele mögliche Ursachen: Erkrankungen des Innenohrs, Kreislaufprobleme, Medikamente, Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems. Deshalb steht am Anfang immer eine ärztliche Untersuchung, oft in der Hausarzt-, HNO- oder Neurologiepraxis. Plötzlicher heftiger Schwindel mit Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, Doppelbildern oder starken Kopfschmerzen ist ein Notfall, dann wählen Sie die 112.

Was PPPD bedeutet

PPPD wurde 2017 von der Bárány-Gesellschaft, einer internationalen Fachgesellschaft für Gleichgewichtsforschung, als eigenes Krankheitsbild beschrieben. Kennzeichen sind Schwindel, Schwanken oder Unsicherheit an den meisten Tagen über mindestens drei Monate, verstärkt durch aufrechte Haltung, eigene Bewegung und visuelle Reize wie Menschenmengen, Supermarktregale oder bewegte Bilder. Die Beschwerden sind real und keine Einbildung. Es handelt sich um eine Störung der Art, wie das Gehirn Gleichgewichtsinformationen verarbeitet.

Wie der Schwindel bestehen bleibt

Nach einem Schwindelereignis schaltet das Gehirn in einen Schutzmodus. Man achtet ständig auf das Gleichgewicht, stützt sich häufiger auf die Augen, bewegt sich vorsichtiger und steifer. Das ist zunächst sinnvoll. Bleibt dieser Modus aber bestehen, nachdem die Ursache abgeheilt ist, wird die Wahrnehmung überempfindlich, und normale Bewegungen fühlen sich unsicher an. Dazu kommen oft Sorgen: Was, wenn ich im Geschäft umfalle? Viele Betroffene meiden dann Situationen, die Schwindel auslösen, was das Gehirn daran hindert, sich wieder zu gewöhnen. Angst und Stress verstärken den Schwindel zusätzlich.

Was helfen kann

Was Sie selbst tun können

Bleiben Sie in Bewegung, auch wenn es sich unsicher anfühlt. Gehen Sie regelmäßig spazieren, zunächst auf ruhigen Wegen, dann auch an belebteren Orten. Vermeiden Sie es, Situationen dauerhaft aus dem Weg zu gehen. Kleine, machbare Schritte sind besser als große Überwindungen. Ruhige Atmung kann helfen, wenn der Schwindel mit Anspannung einhergeht, siehe Atemübungen gegen Stress.

Schwindel und Angst

Schwindel und Angst sind eng verbunden. Schwindel kann Angst auslösen, und Angst kann Schwindel verursachen, zum Beispiel über schnelles Atmen. Manche Menschen entwickeln nach Schwindelerlebnissen Ängste vor bestimmten Orten. Eine Psychotherapie kann helfen, diese Verbindung zu lösen. Mehr zum Zusammenspiel von Körper und Psyche im Beitrag Psychosomatische Beschwerden erkennen.

Neurologie und Psychotherapie gemeinsam

Funktioneller Schwindel liegt an der Schnittstelle von Neurologie und Psychotherapie. In der KLARTRAUM Privatpraxis in Ulm verbindet Dr. Sarah Gagiannis beide Fachgebiete: Sie ist Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung fachgebundene Psychotherapie. Psychosomatische Erkrankungen und psychotherapeutische Interventionen bei neurologisch bedingten Beschwerden gehören zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten. Mehr unter Psychosomatische Beschwerden.

Quellen: Bárány Society, Diagnosekriterien Persistent Postural-Perceptual Dizziness (2017); S3-Leitlinie Funktionelle Körperbeschwerden (AWMF-Register 051-001); Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Leitlinie Schwindel.

Dieser Beitrag der KLARTRAUM Privatpraxis dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. In einer akuten Krise erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 und im Notfall die 112.

Häufige Fragen

Kann ich mit PPPD Auto fahren?

Das hängt von der Ausprägung der Beschwerden ab. Besprechen Sie das mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. Wer sich unsicher fühlt, sollte nicht fahren.

Verschwindet funktioneller Schwindel wieder?

Mit Aufklärung, Gleichgewichtstraining und gegebenenfalls Verhaltenstherapie bessern sich die Beschwerden bei vielen Menschen deutlich. Wichtig ist, aktiv zu bleiben und Vermeidung schrittweise abzubauen.

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