KLARTRAUM Dr. Sarah Gagiannis Ganzheitliche Beratung, Begleitung und Therapie

Was ist Verhaltenstherapie? Grundidee, Ablauf und Methoden

KLARTRAUM Privatpraxis · 5. Oktober 2026

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Meer und Kieselstrand

Die Verhaltenstherapie ist ein Psychotherapieverfahren, das davon ausgeht, dass Denk- und Verhaltensmuster gelernt sind und sich deshalb auch verändern lassen. Sie arbeitet strukturiert, zielorientiert und im Hier und Jetzt: Gemeinsam werden belastende Muster erkannt, verstanden und Schritt für Schritt verändert, oft mit Übungen zwischen den Sitzungen. Die kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den am besten untersuchten Verfahren und wird in vielen Leitlinien empfohlen, etwa bei Depression, Angststörungen, Schlafstörungen, chronischen Schmerzen und funktionellen Körperbeschwerden.

Die Grundidee

Wie wir uns fühlen, hängt eng damit zusammen, wie wir Situationen bewerten und wie wir uns verhalten. Wer zum Beispiel nach einer schlechten Nacht denkt, der ganze Tag sei verloren, fühlt sich schlechter und sagt vielleicht Termine ab, was die Stimmung weiter drückt. Die Verhaltenstherapie betrachtet solche Kreisläufe aus Gedanken, Gefühlen, Körperreaktionen und Verhalten. Sie sucht nach Stellen, an denen sich etwas verändern lässt, damit der Kreislauf eine andere Richtung nehmen kann.

Kognitiv und behavioral

Die heutige Verhaltenstherapie verbindet zwei Stränge. Der behaviorale Teil setzt am Verhalten an: neue Gewohnheiten aufbauen, Vermeidung schrittweise abbauen, angenehme Aktivitäten wieder in den Alltag holen. Der kognitive Teil setzt an Gedanken und Bewertungen an: belastende Denkmuster erkennen, prüfen und alternative Sichtweisen entwickeln. Neuere Ansätze ergänzen das um Achtsamkeit und Akzeptanz, also einen anderen Umgang mit Gedanken und Gefühlen, die sich nicht einfach abstellen lassen.

Typische Methoden

Wie eine Behandlung abläuft

Am Anfang stehen Gespräche zum Kennenlernen und zur Klärung des Anliegens. Gemeinsam werden Ziele formuliert, die konkret und erreichbar sind. In den folgenden Sitzungen wird an diesen Zielen gearbeitet. Häufig gibt es kleine Aufgaben für die Zeit zwischen den Terminen, zum Beispiel Beobachtungsbögen, Übungen oder Experimente im Alltag. Denn Veränderung geschieht vor allem dort, nicht im Behandlungsraum. Gegen Ende geht es darum, das Gelernte zu festigen und mit möglichen Rückschlägen umgehen zu können. Mehr dazu im Beitrag Der erste Termin in der Psychotherapie.

Was Verhaltenstherapie von anderen Verfahren unterscheidet

In Deutschland sind mehrere psychotherapeutische Verfahren wissenschaftlich anerkannt, neben der Verhaltenstherapie unter anderem die tiefenpsychologisch fundierte und die analytische Psychotherapie sowie die systemische Therapie. Die Verhaltenstherapie legt den Schwerpunkt stärker auf aktuelle Muster und konkrete Veränderungsschritte, während psychodynamische Verfahren stärker auf die lebensgeschichtliche Entstehung und unbewusste Konflikte schauen. Welches Verfahren passt, hängt vom Anliegen und auch von persönlichen Vorlieben ab.

Beispiele aus den Leitlinien

Die S3-Leitlinie zur Insomnie empfiehlt die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie als erste Behandlung bei chronischen Schlafstörungen. Die Leitlinien zur Migräne nennen verhaltenstherapeutische Verfahren als nichtmedikamentösen Baustein. Die S3-Leitlinie zu funktionellen Körperbeschwerden empfiehlt bei anhaltender Belastung Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie. Auch bei Depression und Angststörungen ist sie ein etabliertes Verfahren.

Verhaltenstherapie in Ulm

Dr. Sarah Gagiannis ist Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung fachgebundene Psychotherapie, verhaltenstherapeutisch orientiert. In der KLARTRAUM Privatpraxis in Ulm nutzt sie überwiegend Methoden der Verhaltenstherapie. Eine Sitzung dauert in der Regel 50 Minuten. Die Praxis ist für Privatversicherte und Selbstzahler da, abgerechnet wird nach der GOÄ. Mehr unter Fachgebundene Psychotherapie und KVT-I bei Schlafstörungen.

Quellen: Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie; Bundespsychotherapeutenkammer, Patienteninformationen; gesundheitsinformation.de (IQWiG), Psychotherapie.

Dieser Beitrag der KLARTRAUM Privatpraxis dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. In einer akuten Krise erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 und im Notfall die 112.

Häufige Fragen

Muss ich in der Verhaltenstherapie über meine Kindheit sprechen?

Der Schwerpunkt liegt auf der Gegenwart. Lebensgeschichtliche Erfahrungen können aber eine Rolle spielen, wenn sie helfen, heutige Muster zu verstehen. Sie bestimmen mit, worüber Sie sprechen.

Was sind Hausaufgaben in der Verhaltenstherapie?

Kleine Übungen für die Zeit zwischen den Terminen, etwa Beobachtungsbögen, ein Schlaftagebuch oder neue Verhaltensweisen im Alltag. Sie sind ein wichtiger Teil der Veränderung.

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