Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, mit Belastungen, Krisen und Rückschlägen umzugehen, ohne dauerhaft aus dem Gleichgewicht zu geraten. Sie ist keine feste Eigenschaft, die man hat oder nicht hat, sondern ein Zusammenspiel von persönlichen Fähigkeiten, Gewohnheiten und Unterstützung durch andere. Viele dieser Faktoren lassen sich stärken: tragfähige Beziehungen, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, ein realistischer Blick auf Probleme, gute Selbstfürsorge und die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen und zu regulieren.
Was Resilienz nicht ist
Resilient zu sein heißt nicht, immer stark zu sein, alles allein zu schaffen oder keine Gefühle zu zeigen. Auch resiliente Menschen erleben Trauer, Angst und Erschöpfung. Der Unterschied liegt darin, wie sie damit umgehen: Sie holen sich Unterstützung, gönnen sich Erholung und finden nach einer Krise wieder in einen stabilen Alltag zurück. Resilienz ist außerdem kein Ersatz für gesunde Arbeitsbedingungen. Wer dauerhaft überlastet ist, braucht nicht nur mehr Widerstandskraft, sondern auch weniger Last.
Faktoren, die Resilienz fördern
- Beziehungen: Menschen, mit denen man sprechen kann und die einem zur Seite stehen, sind einer der stärksten Schutzfaktoren.
- Selbstwirksamkeit: die Überzeugung, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können.
- Realistischer Optimismus: Probleme ernst nehmen und zugleich Lösungen für möglich halten.
- Akzeptanz: unterscheiden, was sich ändern lässt und was nicht, und Energie dorthin lenken, wo sie etwas bewirkt.
- Gefühlsregulation: Gefühle wahrnehmen, benennen und so mit ihnen umgehen, dass sie nicht überwältigen.
- Selbstfürsorge: Schlaf, Bewegung, Ernährung, Pausen und Dinge, die Freude machen.
- Sinn und Werte: zu wissen, was einem wichtig ist, gibt Orientierung in schwierigen Zeiten.
Resilienz im Alltag üben
Resilienz wächst durch kleine, wiederholte Schritte. Einige Anregungen:
- Notieren Sie abends drei Dinge, die gut gelaufen sind, und Ihren Anteil daran.
- Fragen Sie sich in schwierigen Situationen: Was liegt in meiner Hand? Was ist der nächste kleine Schritt?
- Pflegen Sie bewusst Kontakte, auch in stressigen Phasen.
- Planen Sie Erholung fest ein, statt sie für die Zeit nach dem Projekt aufzuheben.
- Üben Sie Achtsamkeit, zum Beispiel mit kurzen Übungen aus dem Beitrag Achtsamkeitsübungen für den Alltag.
- Erinnern Sie sich an frühere Krisen, die Sie bewältigt haben, und daran, was Ihnen damals geholfen hat.
Resilienz im Beruf
Gerade im Beruf wird Resilienz oft als Fähigkeit verstanden, immer mehr auszuhalten. Hilfreicher ist ein anderer Blick: Wer seine Grenzen kennt, Prioritäten setzt, um Unterstützung bittet und Erholung ernst nimmt, bleibt langfristig leistungsfähig. Führungskräfte haben dabei eine doppelte Rolle, weil sie mit ihrem Vorbild und ihren Entscheidungen auch die Belastung ihres Teams prägen. Mehr dazu auf der Seite Führungskräfte unter Druck.
Wann Resilienz an Grenzen stößt
Es gibt Belastungen, die über das hinausgehen, was man mit Übungen und guten Gewohnheiten auffangen kann: schwere Erkrankungen, Verluste, anhaltende Überforderung. Wenn Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Ängste über Wochen anhalten und den Alltag einschränken, ist professionelle Hilfe angezeigt. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Ausdruck von Selbstfürsorge.
Resilienz stärken in Ulm
In der KLARTRAUM Privatpraxis in Ulm richten sich die präventive psychologische Beratung und das ärztlich geleitete Achtsamkeitstraining an Menschen, die ihre Selbstwirksamkeit stärken, Stress frühzeitig begegnen und ihre innere Balance sowie Resilienz fördern möchten, auch ohne dass eine psychische Erkrankung vorliegt. Beide werden von Dr. Sarah Gagiannis angeboten, Fachärztin für Neurologie, psychologische Beraterin und Achtsamkeitscoach. Sie sind keine Psychotherapie und werden als Pauschale abgerechnet.
Quellen: gesundheitsinformation.de (IQWiG); Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR), Mainz, allgemeine Informationen zur Resilienz.
Dieser Beitrag der KLARTRAUM Privatpraxis dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. In einer akuten Krise erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 und im Notfall die 112.
Häufige Fragen
Ist Resilienz angeboren?
Teilweise spielen Veranlagung und frühe Erfahrungen eine Rolle. Viele Faktoren der Resilienz lassen sich aber im Laufe des Lebens stärken, etwa Beziehungen, Selbstwirksamkeit und Selbstfürsorge.
Kann man Resilienz trainieren?
Ja, durch regelmäßige kleine Schritte wie das Reflektieren gelungener Momente, bewusste Erholung, Achtsamkeitsübungen und das Pflegen von Kontakten. Präventive Beratung kann dabei unterstützen.
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