KLARTRAUM Dr. Sarah Gagiannis Ganzheitliche Beratung, Begleitung und Therapie

Körperliche Beschwerden ohne Befund: Was nun?

KLARTRAUM Privatpraxis · 5. Oktober 2026

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Meer und Kieselstrand

Wenn trotz gründlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache für anhaltende Beschwerden gefunden wird, spricht man von funktionellen Körperbeschwerden. Sie sind häufig, sie sind echt, und sie sind behandelbar. Die S3-Leitlinie empfiehlt, nach einer angemessenen Abklärung nicht immer weiter zu suchen, sondern die Beschwerden zu erklären, aktiv zu bleiben und bei anhaltender Belastung eine Psychotherapie in Betracht zu ziehen, vor allem kognitive Verhaltenstherapie.

Was funktionell bedeutet

Funktionell heißt: Die Funktion eines Organs oder Systems ist gestört, ohne dass sich ein krankhafter Befund in Bildern oder Laborwerten zeigt. Ein Vergleich aus der Technik: Die Hardware ist intakt, aber das Zusammenspiel läuft nicht rund. Beteiligt sind häufig das Nervensystem, die Stressregulation, die Wahrnehmung von Körpersignalen und Gewohnheiten, die sich aus der Sorge um die Beschwerden entwickelt haben.

Warum die Suche oft weitergeht

Wer starke Beschwerden hat, möchte wissen, woher sie kommen. Nach einem unauffälligen Befund liegt der Gedanke nahe, dass etwas übersehen wurde. So folgen weitere Untersuchungen, Facharztwechsel, Krankenhausaufenthalte. Jede neue Untersuchung bringt kurz Hoffnung und dann Enttäuschung. Diese Suche kann selbst belastend werden und die Aufmerksamkeit noch stärker auf den Körper lenken. Die Leitlinie empfiehlt deshalb eine sorgfältige, aber begrenzte Diagnostik und regelmäßige Termine bei einer festen Ansprechperson, statt immer neuer Untersuchungen ohne konkreten Anlass.

Warnzeichen, die weiter abgeklärt gehören

Funktionelle Beschwerden schließen nicht aus, dass später eine körperliche Erkrankung hinzukommt. Neue oder deutlich veränderte Beschwerden, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, nächtliche Schmerzen, Lähmungen oder Sprachstörungen sollten immer ärztlich untersucht werden.

Was nachweislich hilft

Was eine Psychotherapie hier bedeutet

Der Vorschlag einer Psychotherapie wird manchmal als Zeichen verstanden, dass die Beschwerden nicht ernst genommen werden. Das Gegenteil ist der Fall. Es geht nicht darum, die Beschwerden auf die Psyche zu schieben, sondern darum, alle Faktoren zu nutzen, die Einfluss haben. In der Verhaltenstherapie lernen Betroffene zum Beispiel, Zusammenhänge zwischen Belastung und Beschwerden zu erkennen, aus Schonung und Vermeidung herauszufinden, mit Sorgen um die Gesundheit anders umzugehen und Stress zu regulieren. Wie Verhaltenstherapie arbeitet, erklärt der Beitrag Was ist Verhaltenstherapie?

Der neurologische Blick

Viele funktionelle Beschwerden betreffen das Nervensystem: Schwindel, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Zittern, Gangunsicherheit, Konzentrationsprobleme. Hier ist eine Behandlerin hilfreich, die die neurologische Abklärung versteht und zugleich psychotherapeutisch arbeitet. Ein Beispiel beschreibt der Beitrag Psychosomatischer Schwindel.

Was Sie selbst tun können

Sammeln Sie Ihre Befunde an einem Ort, damit Untersuchungen nicht doppelt gemacht werden. Suchen Sie sich eine feste ärztliche Ansprechperson. Beobachten Sie, was Ihre Beschwerden lindert oder verstärkt. Und erlauben Sie sich, neben der Suche nach Ursachen auch die Frage zu stellen, wie Sie trotz der Beschwerden wieder mehr von dem tun können, was Ihnen wichtig ist.

Psychosomatik in Ulm

Psychosomatische Erkrankungen und Somatisierungsstörungen gehören zu den Tätigkeitsschwerpunkten von Dr. Sarah Gagiannis, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung fachgebundene Psychotherapie, in der KLARTRAUM Privatpraxis in Ulm. Mehr unter Psychosomatische Beschwerden. Die Praxis ist für Privatversicherte und Selbstzahler da.

Quellen: S3-Leitlinie Funktionelle Körperbeschwerden (AWMF-Register 051-001); gesundheitsinformation.de (IQWiG).

Dieser Beitrag der KLARTRAUM Privatpraxis dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. In einer akuten Krise erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 und im Notfall die 112.

Häufige Fragen

Soll ich weitere Untersuchungen einfordern?

Untersuchungen sind sinnvoll, wenn es einen konkreten Anlass gibt, etwa neue oder veränderte Beschwerden. Ohne Anlass bringen immer neue Untersuchungen meist keine Klarheit, sondern verstärken die Sorge. Eine feste ärztliche Ansprechperson hilft bei der Einordnung.

Wie lange dauert es, bis funktionelle Beschwerden besser werden?

Das ist sehr unterschiedlich. Viele Menschen erleben eine schrittweise Besserung, wenn sie die Zusammenhänge verstehen, aktiv bleiben und bei Bedarf eine Psychotherapie beginnen.

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