Im ersten Termin einer Psychotherapie lernen Sie sich gegenseitig kennen. Sie schildern, was Sie belastet und was Sie sich wünschen, die Therapeutin oder der Therapeut stellt Fragen zu Ihrer aktuellen Situation, Ihrer Vorgeschichte und Ihrem Alltag. Am Ende steht meist eine erste Einschätzung, ob und welche Behandlung sinnvoll ist, und wie es weitergeht. Sie müssen nichts vorbereiten und nicht alles erzählen. Wichtig ist auch die Frage, ob Sie sich wohlfühlen, denn eine vertrauensvolle Beziehung ist eine wichtige Grundlage der Therapie.
Vor dem Termin
Viele Menschen zögern lange, bevor sie eine Psychotherapie anfragen. Das ist verständlich. Der erste Schritt ist oft der schwerste. Es kann helfen, sich vorher ein paar Notizen zu machen: Was belastet mich gerade am meisten? Seit wann? Was habe ich schon versucht? Was wünsche ich mir? Sie können auch mitbringen:
- eine Liste Ihrer Medikamente
- vorhandene Befunde oder Arztbriefe, wenn sie für Ihr Anliegen wichtig sind
- bei Schlafproblemen ein Schlaftagebuch, bei Kopfschmerzen ein Kopfschmerztagebuch
- als Privatversicherte die Unterlagen Ihrer Versicherung zur Kostenerstattung
Was im Gespräch passiert
Das erste Gespräch ist ein Kennenlernen in beide Richtungen. Typische Themen sind:
- Was führt Sie her, und warum gerade jetzt?
- Wie zeigen sich die Beschwerden im Alltag, bei der Arbeit, in Beziehungen, im Schlaf?
- Gibt es körperliche Erkrankungen, Medikamente, frühere Behandlungen?
- Was hat bisher geholfen, was nicht?
- Welche Ziele haben Sie?
Sie bestimmen, wie viel Sie erzählen. Wenn Ihnen etwas zu nah geht, dürfen Sie das sagen. Es ist normal, im ersten Gespräch emotional zu werden, und es ist ebenso normal, sich eher sachlich zu fühlen.
Was Sie fragen können
- Wie arbeiten Sie, mit welchem Verfahren?
- Wie oft finden Termine statt, und wie lange dauert eine Sitzung?
- Was kostet die Behandlung, und was muss ich mit meiner Versicherung klären?
- Was erwarten Sie von mir zwischen den Terminen?
- Was ist, wenn ich einen Termin absagen muss?
Passt es?
Ein wichtiger Teil der ersten Termine ist die Frage, ob die Zusammenarbeit passt. Fühlen Sie sich ernst genommen? Können Sie offen sprechen? Ist der Ansatz für Sie nachvollziehbar? Die Beziehung zwischen Patientin oder Patient und Therapeutin oder Therapeut gilt als einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg einer Psychotherapie. Es ist in Ordnung, nach einem Gespräch zu sagen, dass Sie es sich überlegen möchten.
Wie es danach weitergeht
Häufig folgen weitere Gespräche, in denen das Anliegen genauer geklärt und ein Behandlungsplan entwickelt wird. Bei Privatversicherten muss je nach Tarif vor Beginn der eigentlichen Behandlung die Kostenübernahme geklärt werden, manchmal mit Antrag und Bericht. Mehr dazu im Beitrag PKV und Psychotherapie. Wie eine verhaltenstherapeutische Behandlung aufgebaut ist, beschreibt der Beitrag Was ist Verhaltenstherapie?
Und wenn es keine Psychotherapie braucht?
Nicht jedes Anliegen erfordert eine Psychotherapie. Manchmal zeigt sich im Gespräch, dass ein vorbeugendes Angebot wie Beratung oder Achtsamkeitstraining besser passt, dass zuerst eine körperliche Abklärung sinnvoll ist oder dass eine andere Anlaufstelle hilfreicher wäre. Auch das ist ein gutes Ergebnis eines ersten Gesprächs.
Der Weg zum ersten Termin in Ulm
In der KLARTRAUM Privatpraxis in der Friedenstraße 23 in Ulm schildern Sie Ihr Anliegen in ein paar Sätzen über das Kontaktformular oder per E-Mail. Dr. Sarah Gagiannis, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung fachgebundene Psychotherapie, meldet sich so bald wie möglich, gegebenenfalls mit Vorschlägen für das weitere Vorgehen. Eine psychotherapeutische Sitzung dauert in der Regel 50 Minuten. Mehr unter Ablauf und Kosten.
Quellen: Bundespsychotherapeutenkammer, Patienteninformationen; gesundheitsinformation.de (IQWiG), Psychotherapie.
Dieser Beitrag der KLARTRAUM Privatpraxis dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. In einer akuten Krise erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 und im Notfall die 112.
Häufige Fragen
Was, wenn ich im ersten Gespräch weinen muss?
Das ist völlig normal und kein Problem. Viele Menschen erleben das erste Gespräch als emotional, gerade wenn sie lange nicht über ihre Belastung gesprochen haben.
Muss ich gleich alles erzählen?
Nein. Sie bestimmen, wie viel Sie erzählen. Vertrauen entsteht mit der Zeit, und manches kommt erst in späteren Gesprächen zur Sprache.
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- Was ist Verhaltenstherapie? Grundidee, Ablauf und Methoden
- Wie lange dauert eine Psychotherapie, und wie oft finden Termine statt?
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