Wer gesetzlich versichert ist und eine Psychotherapie sucht, wartet häufig mehrere Monate auf einen Behandlungsplatz, wie Auswertungen der Bundespsychotherapeutenkammer immer wieder zeigen. Es gibt aber Wege, die Zeit zu verkürzen oder zu überbrücken: die Terminservicestelle unter 116 117, die psychotherapeutische Sprechstunde, eine Akutbehandlung, Wartelisten in mehreren Praxen und gegebenenfalls eine Behandlung als Selbstzahler in einer Privatpraxis. In akuten Krisen sollten Sie nicht warten, sondern sofort Hilfe holen.
Sofort Hilfe in Krisen
Wenn Sie sich in einer akuten seelischen Krise befinden oder Gedanken haben, nicht mehr leben zu wollen, warten Sie nicht auf einen Therapieplatz. Hilfe gibt es rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, in den psychiatrischen Kliniken und Notaufnahmen und im Notfall unter 112.
Wege im System der gesetzlichen Krankenversicherung
- Psychotherapeutische Sprechstunde: Sie ist der Einstieg in die ambulante Psychotherapie. Dort wird geklärt, ob eine Behandlung nötig ist und welche Form passt.
- Terminservicestelle 116 117: Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen vermitteln Termine für die Sprechstunde und unter bestimmten Voraussetzungen für eine Akutbehandlung. Erreichbar telefonisch und online.
- Akutbehandlung: Für Menschen in einer akuten Belastung kann eine kurze Akutbehandlung erfolgen, die schnell entlasten soll.
- Mehrere Wartelisten: Viele Menschen lassen sich bei mehreren Praxen auf die Warteliste setzen und fragen regelmäßig nach.
- Hausarztpraxis: Sie kann erste Unterstützung geben, körperliche Ursachen abklären und gegebenenfalls in eine Fachpraxis überweisen.
Die Wartezeit sinnvoll nutzen
Auch wenn eine Wartezeit belastend ist, können Sie in dieser Zeit etwas für sich tun:
- Halten Sie einen geregelten Tagesablauf mit festen Schlafzeiten.
- Bleiben Sie in Bewegung und in Kontakt mit Menschen, die Ihnen guttun.
- Nutzen Sie geprüfte Informationsangebote, etwa gesundheitsinformation.de.
- Prüfen Sie Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen in Ihrer Region.
- Bei Schlafproblemen helfen erste Schritte aus dem Beitrag Schlafstörungen: Was tun?
Privatpraxis als Option
Privatpraxen ohne Kassenzulassung können gesetzlich Versicherte als Selbstzahler behandeln. Die Kosten tragen Sie dann selbst, abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte. Für manche Menschen ist das ein Weg, schneller zu beginnen oder eine Praxis mit einem bestimmten Schwerpunkt zu wählen. Wie schnell ein Termin möglich ist, hängt aber auch in Privatpraxen von der Auslastung ab. Fragen Sie deshalb konkret nach. Vor- und Nachteile beschreibt der Beitrag Psychotherapie als Selbstzahler.
Prävention, bevor es schlimmer wird
Nicht jede Belastung braucht eine Psychotherapie. Wer früh merkt, dass Stress, Erschöpfung oder eine schwierige Lebensphase an den Kräften zehren, kann mit präventiven Angeboten gegensteuern. Sie sind keine Behandlung einer Erkrankung, können aber helfen, Strategien zu entwickeln, bevor sich Beschwerden festsetzen. Mehr dazu im Beitrag Psychologische Beratung oder Psychotherapie?
Privatpraxis in Ulm
Die KLARTRAUM Privatpraxis in Ulm ist eine Privatpraxis ohne Kassenzulassung für Privatversicherte und Selbstzahler. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Dr. Sarah Gagiannis, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung fachgebundene Psychotherapie, bietet fachgebundene Psychotherapie, KVT-I bei Schlafstörungen, präventive psychologische Beratung und Achtsamkeitstraining an. Wenn Sie Ihr Anliegen schildern, erhalten Sie so bald wie möglich eine Rückmeldung, gegebenenfalls mit Vorschlägen für das weitere Vorgehen. Mehr auf der Seite Lange Wartezeit auf einen Kassenplatz.
Quellen: Bundespsychotherapeutenkammer, Auswertungen zu Wartezeiten in der ambulanten Psychotherapie; Kassenärztliche Bundesvereinigung, Informationen zur Terminservicestelle 116 117; Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Dieser Beitrag der KLARTRAUM Privatpraxis dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. In einer akuten Krise erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 und im Notfall die 112.
Häufige Fragen
Was ist die Telefonnummer 116 117?
Die bundesweite Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes und der Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Sie hilft bei akuten Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten und vermittelt Termine.
Kann ich mich bei mehreren Praxen gleichzeitig melden?
Ja, das ist üblich. Sagen Sie anderen Praxen bitte Bescheid, wenn Sie einen Platz gefunden haben, damit der Platz auf der Warteliste frei wird.
Weiterlesen
- Psychotherapie als Selbstzahler: Für wen sie in Frage kommt
- Der erste Termin in der Psychotherapie: Was Sie erwartet
- Psychologische Beratung oder Psychotherapie: Was passt zu meinem Anliegen?
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